Weihnachtslieder statt Fan-Hymnen

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Als ich an einem Adventsnachmittag im vergangenen Jahr durch das Fernsehprogramm zappte, blieb ich an einer außergewöhnlichen Sendung hängen. Viele tausend Menschen sangen Weihnachtslieder im Kerzenschein. Das ist im Advent nichts Besonderes, werden Sie jetzt sagen! In diesem Fall aber schon, denn das Ganze fand in einem Fußballstadion statt. Dort, wo normalerweise hart auf dem Rasen gekämpft wird und es oft Randale zwischen den Fans gibt, genau dort sangen fast 30000 Menschen Weihnachtslieder.

2003 trafen sich erstmals ein paar Menschen an der Mittellinie der alten Försterei, dem Stadion des 1. FC Union Berlin, um zusammen Weihnachtslieder zu singen. Jahr für Jahr wurden es mehr und mittlerweile werden Eintrittskarten dafür verkauft, der Erlös kommt der Jugendarbeit des Vereins zu Gute und der Termin gehört laut Presse zu einem der wichtigsten in der Vorweihnachtszeit in Berlin.

Es hat mich sehr berührt diese vielen Menschen friedlich „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen zu hören, nur erhellt von den vielen tausend Kerzen, die in den Händen gehalten werden. Ein Schülerchor unterstützt die Sängerinnen und Sänger und die Weihnachtsgeschichte wird vorgetragen. Kerzen statt Flutlicht, Weihnachtslieder statt Fanhymnen, mittlerweile wird auch in anderen Fußballstadien vor Weihnachten gemeinsam gesungen.

Was fasziniert die Menschen zu Tausenden ins Stadion zu pilgern um gemeinsam zu singen?

Sport und Singen sind gemeinschaftsstiftend, das habe ich kürzlich wieder bei einem Ehrungsabend im Verein gemerkt, als zum Schluss die Vereinshymne gesungen wurde und viele eine Gänsehaut bekamen. Gerade vor Weihnachten lassen sich viele Menschen ansprechen, denn der Advent und Weihnachten haben etwas mit Gefühlen zu tun. Warum wären sonst an Weihnachten die Kirchen so voll? Es gehört zu unserer Tradition, erinnert uns an unsere Kindheit und weckt viele Erinnerungen in uns. Im großen Chor merkt keiner, ob wir textsicher sind und alle Töne richtig treffen, im heimischen Wohnzimmer dagegen schon. Vielleicht fasziniert uns dieses Zusammengehörigkeitsgefühl  in einer sich immer schneller verändernden Welt alte Traditionen an neuen Orten fortleben zu lassen.

Und wie gestalten Sie die Adventsfeier in Ihrem Verein? Singen Sie doch einfach mal wieder, oder ziehen zusammen im Fackelschein in den dunklen Wald zu einer Waldweihnacht!

Frohe und gesegnete Weihnachten!

                     Mechthild Foldenauer Landesarbeitskreis Kirche und Sport

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