Impuls

Impuls: Besinnung und Bewegung

„Ich bin dann mal weg...“, der Buchtitel von Hape Kerkeling ist zum geflügelten Wort geworden. 270 000 Menschen machten sich im vergangenen Jahr auf nach Santiago de Compostella.

Weitere Pilgerwege werden laufend eingerichtet, so führt quer durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart der Martinusweg, am Ostermontag diesen Jahres eröffnete die evangelische Landeskirche ihren Diakonie-Pilgerweg, der über 470 km quer durch Württemberg führt.

Weitere Pilgerwege führen nach Rom oder Assisi. Auch sie sind viel begangen.

Was führt Menschen dazu, wochenlange Strapazen, zum Teil in absoluter Einsamkeit auf sich zu nehmen? Besinnen und bewegen liegen im Trend, das spüren auch wir als konfessioneller Sportverband. Unsere angebotenen Pilgerwanderungen sind schnell ausgebucht, ebenso die Sportexerzitien. Die bayerischen Kollegen berichten Ähnliches von ihren Bergexerzitien. Hier werden Körper und Seele gleichermaßen angesprochen, Impulse und sportliche Aktivitäten wechseln sich ab. Exerzitien haben eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bei den klassischen Exerzitien sind neben Gebet, Meditation biblischer Texte und der Auseinadersetzung mit der eigenen Lebenswirklichkeit, Erfahrungen der Einsamkeit und Stille wesentliche Elemente.

Diese Grundelemente greifen auch die Sport- und Bergexerzitien auf. Das Gebirge ist ein wundersamer Ort. Es kann uns erinnern an Fragen, die uns gerade jetzt oder schon lange begleiten. Und es kann uns einweisen in Erfahrungen der Stille, Einsamkeit, Weite und Tiefe unseres Daseins - Erfahrungen, die jeden ernsthaften spirituellen Weg begleiten.

Ganz still zu werden in der Gegenwart Gottes gilt vielen als höchste Form des Gebetes. Wer es versucht, stellt fest, dass es unendlich schwierig ist, in ein stilles Dasein einzutauchen. Es scheint fast unmöglich den Fluss der Gedanken und der Bilder anzuhalten, die permanent auf uns einprasseln und nur da zu sein.

Sportliche Betätigung ist manchmal so anstrengend, ob es in den Bergen, auf den Spielfeld, auf dem Pilgerweg, oder beim Spiel ist, dass man gar nicht mehr auf die Idee kommt, mit jemandem zu sprechen. Hier wird „Stillwerden“ und „Beisichsein“ eingeübt. Nicht umsonst berichten Jogger davon, dass sie beim Laufen abschalten und in den Körper versinken. Dadurch werden Emotionen wacher – Erinnerungen und Fragen, die uns unterbewusst beschäftigen, die aber in der Alltagshetze verschüttet werden.

Bewegung und Besinnung, untrennbar miteinander verbunden.

Mechthild Foldenauer – DJK Diözesansportverband

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Dieser Impuls erschien in der Zeitschrift "Sport in Baden-Württemberg"

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