Winteraktivwoche in Finnisch-Lappland 2016

…und wieder ging es im tiefsten Winter nach Finnland

Nach den sagenhaften Erlebnissen während der Winterreisen in den Jahren 2010 und 2013 konnten wir auch im vergangenen Winter in Finnland eine attraktive Aktivwoche für Wintersportbegeisterte anbieten. Ein Winterausflug mit der DJK und der DFG (Deutsch-Finnische Gesellschaft e.V.) bedeutet auch immer das besondere Erlebnis von Gemeinschaft und die Möglichkeit zur Begegnung.

Äkäslompolo – Winterparadies für Genießer

Da wir bislang zweimal den Winter in Salla nördlich des Polarkreises in Ostlappland direkt an der russischen Grenze erleben durften, wollten wir diesmal einen anderen Teil Finnlands erkunden. Der beliebte Winterferienort Äkäslompolo liegt im Herzen von Finnisch Lappland und gilt als Mekka für aktive Leute.

Äkäslompolo bot im Gegensatz zu Salla verschiedenste Einkaufsmöglichkeiten, so fand man hier einen großzügigen Supermarkt und auch kleine Souveniershops mit typisch lappländischem Kunsthandwerk. Aber auch ein gutes und breites Angebot an Restaurants und Bars hatte der Ort zu bieten - langweilig wurde es in Äkäslompolo nie. Aber trotz des umfassenden Angebots an Aktivitäten, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants, konnte das Dorf seinen typischen lappländischen Charme immer noch erhalten.

Direktflug nach Kittilä

Bei winterlichen Verhältnissen in Deutschland brachen am 06.02.2016 20 Teilnehmer zu einer abenteuerlichen einwöchigen Reise Richtung Lappland auf. Wir hatten uns diesmal für einen Direktflug mit Lufthansa von München nach Kittilä entschieden, da wir bei der letzten Reise einen ungewollt langen Zwischenstopp auf dem Flughafen in Helsinki hatten. Damals war der für uns bereitstehende Airbus defekt und wir mussten stundenlang auf den Weiterflug warten.

Flughafen Kittilä, 67°40’ Nord, 24°53’ Ost. Feinster Pulverschnee knirschte unter den Sohlen. Das Weiß ringsum blendete: Nordfinnland, nördlich des Polarkreises. Der Horizont verschwamm mit dem Firmament. Lappland schien grenzenlos, unendlich weit und verborgen unter einer dicken, watteweichen Schicht. Der Bus ins 60 Kilometer entfernte Äkäslompolo in Finnlands bekanntester Skiregion Ylläs brummte schwerfällig los und gewann langsam an Tempo. Doch bei rund sieben Monaten Winter im Jahr sind schneebedeckte Straßen für den Fahrer reine Routine.

Unterkunft und Verpflegung

Unsere „Hütten“ in unmittelbarer Nähe zum Äkäshotel ließen keine Wünsche offen: Sauna, Bodenheizung und Specksteinöfen trugen zum heimeligen Gefühl bei. Im traditionellen Restaurant des Äkäshotels wurden wir vom freundlichen Personal mit regionaler Kost bestens versorgt. Das Restaurant ist bekannt für einheimische Spezialitäten und ein exquisites Buffet. Wir versuchten zum Beispiel Lohikeitto: finnische Lachssuppe mit Kartoffeln, Zwiebeln, Lorbeerblatt, Dill und viel Milch. Sämig, schmackhaft, nahrhaft. Danach Poronkäristys – Rentiergeschnetzeltes. Weil die Tiere in der winterlichen Tundra nur Flechten, Moose und Kräuter schnabulieren, haben sie kaum Fett am Leib.

Nach dem Abendessen nutzten einige Teilnehmer eine Bar im authentischen lappländischen Dorf Äkäslompolo für einen gemütlichen Umtrunk und spielten nebenher Billard, andere erhitzten sich in der Sauna der eigenen Hütte oder nutzten den Mini-Spa-Bereich des Hotels.

Vielfältiges Programm, individuell oder in der Gruppe

Ob mit den Schneeschuhen auf einen der sieben Hügel rund um die Ortschaft, mit dem Motorschlitten auf den zahlreichen Tracks oder auf Skiern bei einer Abfahrt vom Hausberg Ylläs als Finnlands Berg mit den längsten Pisten und dem größten Höhenunterschied – in Äkäslompolo kamen alle Aktivfans und Naturliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten.

Die Tage vergingen durch das abwechslungsreiche Programmangebot wie im Flug. Alle Teilnehmer hatten die Gelegenheit, einen naheliegenden Rentierpark zu besuchen und sowohl an Husky- als auch an Rentierschlittentouren teilzunehmen.

Eine Fahrt mit einer „Pulkka“, dem Schlitten der Samen, war ein unvergessliches Erlebnis. Man war eingehüllt in dicke Felldecken und laufgierige Huskys zogen den leichten Schlitten durch die weiße Landschaft. Die starken Tiere zogen, in ihrem unbändigen Willen zu laufen, die Schlitten ohne sichtliche Anstrengung, selbst durch tiefen Schnee und teilweise ging so richtig die Post ab. Es war ein tolles Gefühl, ein stattliches Rudel japsender, hechelnder Hunde durch die tief verschneite lappländische Wildnis zu lenken. Weiter, weiter, immer weiter. Im Affentempo knirschten wir durch die grenzenlose Weite, hinein in die weiß glitzernde Unermesslichkeit der Tundra.

Mit den kostenlos ausgeliehenen Schneeschuhen wurden verschiedene Touren individuell oder in Gruppen gelaufen, doch verirrte sich der eine oder andere Schneeschuhwanderer, so dass die eigentlich geplante Tour um ein Vielfaches länger wurde.

Langläufer fühlten sich im größten Langlaufgebiet Lapplands zu Hause. Das Loipennetz war gut ausgeschildert, beispielhaft gepflegt und wartete darauf entdeckt zu werden! Der Einstieg in die rund 330 Kilometer maschinell präparierten Loipen begann direkt vor der Haustür und sie reichten bis zu den anderen Wintersportzentren in der Region Ylläs – den sieben „Bergen“ und den zwei Dörfern Äkäslompolo auf der nördlichen und Ylläsjärvi auf der südlichen Seite. Das Loipennetz bringt es insgesamt auf nahezu 1000 Kilometer. Natürlich wurden auch nach dem Abendessen die beleuchteten Langlaufloipen fleißig genutzt, um das viele Essen gleich wieder abtrainieren zu können. Und natürlich durfte eine mehrstündige Motorschlittensafari auch nicht fehlen. Es kostete einiges an Kraft und Geschick, diese bis zu 100 PS starken Ungetüme zu lenken. Doch hatte man die Sache erst mal im Griff, staubte der Schnee nur so unter den Kufen, rasant ging es über zugefrorene Seen, durch den Tiefschnee, in kurzen Sprüngen die Hügel rauf und runter – die Nervosität ging bald in tierischen Spaß über.

Nordlichtalarm

Es war am Donnerstag schon spät geworden, alle waren schon in ihren Hütten und hatten wohl schon mehrere Saunagänge hinter sich. Plötzlich meldete die App „Aurora Forecast“ Alarm! Die Nacht war sternenklar. Plötzlich ein himmlisches Leuchten. Blaue, grüne und goldene Schemen huschten über das Firmament: Polarlichter! So schnell wie sie kamen verschwanden sie auch wieder.

In Verzückung gerieten wir über das selten auftretende Nordlicht, das „Aurora Borealis“, wie man das Lichtspektakel am Himmel in 90 bis 150 Kilometern Höhe in der Zeit der Polarnächte nennt. Da tanzt für wenige Minuten eine grün leuchtende Licht-Show am sternenklaren Himmel, und jeder lässt alles schlagartig stehen und stürzt mit Kameras und Stativen bewaffnet in die Kälte. Nach vielen Mythen und Legenden weiß man heute, dass die Aurora beim Eintreffen elektrisch geladener Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre in den Polargebieten der Erde hervorgerufen wird.

Fazit und Ausblick

Eines steht für die Organisatoren und Leiter dieser Reise, Uli Motschenbacher (DJK) und Richard Hänle (DFG), fest: Einmal mehr erwies sich die Zusammenarbeit zwischen dem DJK-Diözesansportverband Rottenburg-Stuttgart e.V. und der Deutsch-Finnischen Gesellschaft e.V. (DFG) als Glücksfall. Dies war sicher nicht die letzte Reise dieser Art, denn Anfragen der begeisterten Teilnehmer zeigen, dass weiterhin Interesse an derartigen Angeboten besteht

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Uli Motschenbacher (Fachwart für Abenteuer- und Erlebnissport beim DJK-Diözesansportverband Rottenburg-Stuttgart e.V.)

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